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Ein Nippel! Denkt niemand an die Kinder?

Sara Martínez 28.08.2020

Das war die meistdiskutierte Sache in jenem Super Bowl (oder eigentlich in allen Super Bowls), denn der verdammte Nippel von Janet Jackson ist bereits Teil der Geschichte, so wie das Bild der Ankunft des Menschen auf dem Mond, des Berliner Mauerfalls, oder des deutschen WM-Triumphs 2014. Mitten im Irak-Krieg hielten die gesamten Vereinigten Staaten (Medien, Kongress und Senat) inne, um über den bösen Nippel zu sprechen. Sogar Laura Bush, damals First Lady, sagte, dass das genau „die Art von Dingen war, die Kinder nicht im Fernsehen sehen sollen“. (Um Himmels willen! Denkt niemand an die Kinder?).

Hat sich die amerikanische Gesellschaft seit dem Super Bowl 2004 geändert? 2016 wurde das Gemälde ‚Die Frauen von Algier‘ von Pablo Picasso zum teuersten Kunstwerk der Geschichte. Es wurde für etwas mehr als 160 Millionen Euro versteigert, und natürlich wurde die Nachricht von den Medien ausführlich verbreitet. Wenn ihr nicht wisst, wovon wir reden, laden wir euch ein, es zu googeln. Fox verstand, dass die kubistischen Nippel dieser gemalten Frauen anfällig dafür waren, Sensibilitäten zu verletzen und müde Penisse hart zu machen, und, ohne lange nachzudenken, verwischte ihre Brüste vor der Verbreitung der Nachricht. Es sei darauf hingewiesen, dass man sich in den Vereinigten Staaten freiwillig für das Betrachten einer Hinrichtung melden kann und dass jeder mit einer diagnostizierten psychischen Erkrankung eine Waffe im Supermarkt kaufen kann. Auf der anderen Seite hat die pornografische Industrie Kalifornien zu ihrem Mekka gemacht, und die Amerikaner sind die Menschen, die im Durchschnitt weltweit die meisten Pornos konsumieren.

Im Jahr 2018 nutzte ein Theaterregisseur das Gemälde ‚Die Freiheit führt das Volk‘ von Delacroix (übrigens: dieses Bild inspirierte Picasso), um sein Werk auf Facebook zu werben. Auf dem Gemälde hisst eine Frau mit nackten Brüsten eine französische Flagge in der einen Hand, während sie in der anderen ein Bajonett hält. Obwohl jetzt nicht der richtige Moment ist, es zu analysieren, können wir klarstellen, dass es sich nicht um ein sexuelles, sondern um ein politisches Gemälde handelt - die Frau und ihre Brüste sind Rebellion, Kampf, Mutter von Arbeitern, Soldaten und Gefallenen. Trotzdem wurde es zensiert. Hätten im Laufe der Geschichte die gleichen Regeln gegolten wie heute, hätte niemand die Werke von Tintoretto, Modigliani, Manet oder Gauguin in der Öffentlichkeit genießen können, nur in dunklen Ecken und natürlich gegen Bezahlung.

Wir sind also hier, Mitte 2020, und haben Angst vor weiblichen Nippeln. Kein soziales Netzwerk erlaubt das Hochladen von Nippelbildern, aber schon von Brustbildern, wenn die Nippel bedeckt sind. Wir wissen nicht, was an einem Nippel so obszön oder zensierbar sein kann. Männer und Frauen haben Nippel, sie definieren uns als Säugetiere, sie füttern uns, und ja, deine Mutter hat sie auch. Sie sind eine Quelle des Lebens und zweifellos auch eine erogene Zone. Männliche Nippel werden auch durch Liebkosungen erregt. Es ist weder die Erotik, was zensiert wird, noch die Naivität der Kinder, was sich bewahrt wird (wenn deine kleinen Kinder Zugang zu einem Instagram- oder Facebook-Konto haben, sollte vielleicht jemand die Sozialdienste anrufen). Wenn die Venus von Willendorf dich schockiert, dann ist das Problem anders.

Wer macht die Regeln? Vielleicht das, was verkauft und kommerzialisiert wird, kann nicht frei ausgestellt werden. Es muss kontrolliert werden. Brennen wir uns etwas ins Gedächtnis ein: ihr Nippel sollte nicht deine Erektion auslösen.